Aufnahme in die Rechtsanwaltskammer

Anwälte aus anderen Staaten werden auf Antrag als Kammermitglieder aufgenommen.
Hierfür gelten bei Anwälten aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union die Bestimmungen des "Gesetzes über die europäischen Rechtsanwälte (EuRAG)"
Diese Rechtsanwälte treten in Deutschland unter der Berufsbezeichnung ihres Herkunftsstaates auf, haben aber die selben Rechte wie deutsche Rechtsanwälte. Sie werden ebenso wie deutsche Rechtsanwälte vereidigt und erhalten eine Aufnahmeurkunde. Die Aufnahmegebühr ergibt sich aus der Gebührenordnung der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer; sie beträgt derzeit € 100,00 (Stand 01.01.2016).

Bei Staatsangehörigen anderer Staaten (vor allen Dingen von Mitgliedsstaaten der WTO) gelten die §§ 206 ff. BRAO. Danach können Anwälte aus anderen Staaten als Kammermitglieder aufgenommen werden, wenn der Beruf des Rechtsanwalts im Herkunftsstaat in der Ausbildung und den Befugnissen dem Beruf eines deutschen Rechtsanwalts entspricht (§ 206 Abs. 1 BRAO). Damit soll gewährleistet sein, dass vor allen Dingen eine gewisse Unabhängigkeit des Anwaltsberufs gewährleistet ist. In einer Verordnung zu § 206 BRAO ist festgelegt, für welche Staaten dieses gilt. Die Staatsangehörigen dieser Länder sind unter den weiteren aus § 207 BRAO ersichtlichen Voraussetzungen berechtigt, Kammermitglieder zu werden. Sie treten ebenfalls im Rechtsverkehr unter der Berufsbezeichnung ihres Herkunftsstaates auf, sind im Unterschied zu den EU-Staatsangehörigen jedoch nicht berechtigt, wie ein deutscher Rechtsanwalt tätig zu werden. Sie sind lediglich befugt, im Recht des Herkunftsstaates und des Völkerrechts zu beraten und dürfen vor Gericht nicht auftreten.

Das Antragsformular für die Aufnahme in die Hanseatische Rechtsanwaltskammer gemäß § 206 BRAO finden Sie hier; gemäß § 2 EuRAG finden Sie hier.

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